Less motiviert dazu im Alltag weniger zu konsumieren,
um denjenigen zu helfen,
die weniger haben.

Solo Product Design Concept | iOS/Android | Figma Prototype | 2026

1 - Einleitung

LESS ist mein erstes App-Design und mein erstes größeres Projekte in Figma.

Die Arbeit an diesem Prototypen war geprägt von Spontanität und der Freude am Entdecken. Mein Fokus lag darauf zu experimentieren, zu lernen und meine kreative Arbeitsweise weiterzuentwickeln, weshalb diese Case Study nicht in allen Bereichen einem klassischen Aufbau entspricht.

Ohne formale Nutzungsstudie half mir das regelmäßige Feedback von Freunden dabei, mein Design schrittweise zu verfeinern und zu verbessern.

Die folgende Übersicht gibt Einblick in meinen Gestaltungsprozess und zeigt, wie aus einer ersten Idee ein greifbares Konzept wurde.

2 - Problem

Wir leben in einer Welt, die von sozialer Ungleichheit gezeichnet ist. Kleine Ausgaben hierzulande stehen im starken Kontrast zu existenziellen Bedürfnissen in anderen Teilen der Welt. Der Verzicht auf einen Kaffee kann andernorts die Grundversorgung einer ganzen Familie sichern.

Viele Menschen wollen helfen, finden aber keinen einfachen Weg, dies in ihren Alltag zu integrieren. Und so bleiben gute Absichten oft bei einmaligen Spenden zur Weihnachtszeit.

Deshalb entstand LESS: Eine App, die bewussten Konsum mit sozialem Impact verknüpft. Statt einmaliger Spenden soll sie kleine, alltägliche Entscheidungen in wirkungsvolle Unterstützung umwandeln – durch einfache Spendenabwicklung und motivierende Gamification-Elemente.

Problem-Statement

Wie kann eine mobile App sozialbewusste Menschen zu nachhaltigem Konsumverzicht motivieren, der im Alltag einfach umsetzbar und spürbar wirkungsvoll ist?

3 - Zielgruppe

LESS richtet sich primär an sozialbewusste Menschen zwischen 25–45 Jahren, die …

  • schonmal Spenden getätigt haben, aber langfristiges Engagement suchen

  • nachhaltigen Lebensstil anstreben (Zero Waste, Minimalismus, conscious spending)

  • Gamification und kleine tägliche Challenges mögen (Duolingo-Effekt)

  • ihren Impact sehen und messen wollen („Wie viel Gutes habe ich diese Woche gemacht?")

Saisonal kann LESS eine zusätzliche Relevanz für religiöse Menschen während der Fastenzeit entfalten – etwa Christen während der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern oder Muslimen im Ramadan.

Typische Personas

Lena - Urbane Minimalistin

29, UX-Designerin aus Berlin

Kauft Großteil ihrer Kleidung secondhand. Folgt @zerowastechef.
Hat Betterplace-Account, findet die App aber zu trocken

Verzichtet oft auf Kaffee to go, will aber sehen, wie sich das summiert

Pain Points

Abstrakter
Impact
 

Spenden fühlen sich oft wie "ins Nichts" wirken

Fehlende Alltagstauglichkeit

Gute Absichten scheitern am hektischen Alltag

Thomas – Religiös Fastender

38, Lehrer aus München

Katholik, fastet konsequent 40 Tage vor Ostern. Engagiert sich ehrenamtlich bei Caritas

Sucht nach Möglichkeit Fasten nicht nur spirituell, sondern auch sozial wirkungsvoll zu machen

Keine langfristige Motivation

Ohne Fortschritts-Feedback verpufft der Elan

Mangelnde Transparenz

"Wohin fließt mein Geld wirklich?"

4 - UX Needs & Kernfeatures

LESS adressiert die Pain Points durch nutzerzentrierte Features, die einen bewussten Konsum durch Alltags-Verzicht einfach, motivierend und transparent machen.

Einfachheit

Impact sehen

Emotionale Verbindung

Langfristige Motivation

Vertrauen

Flexible Favoriten-Kacheln auf der Startseite: Spenden mit nur 2 Taps. Intuitiv, schnell, ohne langes Navigieren.

Transparenz

Automatische Spendenbescheinigung als PDF-Download (steuerabsetzbar)





Live-Impact-Tracker & monatliche Spenden-Statistik

Nutzer wählen ein Partnerprojekt & erhalten persönliche Updates sowie Nachrichten aus dem Projekt

Gamification durch Abzeichen sorgt für Retention. Kleine Erfolge halten das Engagement aufrecht.

Alle Spenden gehen direkt an NGOs (optional können 1-5% für die App-Entwicklung freigegeben werden)

5 - Screen Walkthrough

Home-Screen

Neben dem aktuellen Partner-Projekt können neue Projekte entdeckt werden.

Kurze Texte stellen das Projekt vor und machen den Impact von Spenden deutlich.

Der schlichte Home-Screen verfolgt zwei Ziele:

Übersicht & Motivation

durch aktuelles Partnerprojekt, Impact-Übersicht und Abzeichen-Fortschritt

Schnelle Spenden 

durch anpassbare Favoriten und Kategorie-Icons für individuelle Spenden

Projekte

Favoriten für 2-Tap-Spenden

Statistiken

Zentrales Balkendiagramm (monatlich, jährlich, gesamt) motiviert durch Spenden-Übersicht.

Auflistung neuster Spenden vermittelt Transparenz und ein zeitliches Gefühl für den persönlichen Verzicht.

Abzeichen haben eine belohnende Wirkung und motivieren zu spezifischem Verzicht.

Profil

Über das Profil können persönliche Daten und Kontoverbindung angepasst werden.

Ebenso können Spenden-Übersicht und -Bescheinigung exportiert werden.

direktes Feedback zeigt monatlichen Impact & Abzeichen-Fortschritt

"Neuer Verzicht" für individuelle Spenden (nach Kategorien)

6 - Design Decisions & Iterationen

Kernprinzipien

Minimalistisch, vertrauensvoll & motivierend

Design System

  • warme Farbpalette: Orange-Gradient für Optimismus, Wärme und Leben

  • schlichte Schriftart (Montserrat) die Transparenz ausstrahlt

  • Haupt-Funktionalität (2 Tap-Spenden) als Mittelpunkt des Home-Screens

  • persönlicher Impact groß, fettgedruckt und auffällig positioniert (auf Homescreen im Goldenen Schnitt)

Entwicklung des Home-Screens

Als mein erstes App-Design in Figma entstand der ursprüngliche Entwurf des Home-Screens zunächst aus einer groben Skizze und einem Low-Fidelity-Wireframe. Im Mittelpunkt stand dabei die zentrale Funktion der App: die Spendenkacheln.

Mit wachsendem Verständnis für Layout, Typografie und nutzerzentrierte Gestaltung konnte ich das Design über mehrere Iterationen gezielt verbessern – stets mit Fokus auf eine intuitive UX und klare visuelle Hierarchie.

Auch wenn die ersten Design-Versionen noch unausgereift und visuell nicht überzeugend sind, war es mir wichtig diese hier einzubeziehen, um den gestalterischen Entwicklungsweg deutlich zu machen.

1. Iteration

schlankeres Design der Favoriten-Kacheln

besser Steuerung über neue Anordnung der Pfeil-Icons

neue Lane für individuelle Verzichte (nach Kategorien)

2. Iteration

angenehmeres Farbkonzept

Impact-Lane (“Dieser Monat“) statt bloßem Text, um kognitive Belastung zu verringern

3. Iteration

wärmeres & moderneres Farbkonzept (passender zu Spenden-App)

4. Iteration

Anpassung der Impact-Lane: Kontrast & neue Position für mehr Aufmerksamkeit

neue Projekt-Kachel für persönlichen Bezug & lebhafteren Home-Screen

“Nächstes Abzeichen“ als Anreiz für nächsten Verzicht

7 Reflexion & Next Steps

Key-Learnings

  • Größere Sicherheit im Umgang mit Figma (effizientere Nutzung von Tools, klare Ebenenstruktur, funktionale Prototypen)

  • Neues Gespür für Spacing, Farbkontraste und Typografie

  • Kommunikation durch Bilder und Icons anstelle von Textblöcken erhöht Verständlichkeit und Emotionalität

  • Einsatz von Gamification-Elementen zur Steigerung der Motivation

  • Platzierung zentraler Elemente (z.B. Impact-Anzeige) beeinflusst maßgeblich die Aufmerksamkeit

Next Steps

  • Ergänzung des Prototypen um Onboarding-Screens

  • Prototyp in einwöchiger Testphase mit fünf Personen evaluieren

  • Technische Umsetzbarkeit prüfen (z.B. Welche Gebühren fallen für kleine Spenden über App Stores an?)

Takeaways

Weitere Ideen

  • Challenges, die zu regelmäßigem Verzicht motivieren

  • Push-Notifications um Aktivität zu erhöhen und Spendengewohnheiten zu fördern

Für zukünftige Projekte

  • strukturierteres Vorgehen von Low-Fidelity-Skizzen hin zu High-Fidelity-Designs

  • Feedback früher und öfter einholen

  • Ein explorativer Ansatz kann sehr hilfreich für die frühe Konzeptfindung sein (mehrere Kernideen blieben von Anfang bis Ende bestehen)

  • Frühes, informelles Feedback hilft Entwicklungshürden zu überwinden

  • Einfachheit und emotionale Resonanz sind entscheidende Faktoren für das Design einer wohltätigen App

  • Designprinzipien und ein klares Ziel für jeden Screen helfen gestalterische Entscheidungen zu treffen

Mit LESS habe ich gelernt, …